Warum SEO-Contests eigentlich schwachsinnig sind

Warum SEO-Contests eigentlich schwachsinnig sind

Der SEO Contest 2022 von seo-vergleiche.de ist seit einigen Tagen im Gange. Da ich es liebe mich mit anderen SEO-Experten zu messen, Dinge auszuprobieren und mich im SEO-Bereich fortzubilden, nehme auch ich – wie schon 2020 – an diesem SEO Contest teil. Und obwohl ich selbst teilnehme, betrachte ich solche SEO-Wettbewerbe äußerst kritisch. Denn die SEO-Herangehensweise bei solchen Contests ist doch eine gänzlich andere, als im echten SEO-Leben. Warum das so ist, möchte ich ein wenig näher erläutern.

SommerSEO ist kein reales Keyword

Der diesjährige Contest-Begriff lautet SommerSEO. Dass es sich dabei um kein echtes Keyword handelt, wird wohl die wenigsten überraschen. Dieser Suchbegriff hatte bis vor wenigen Tagen kein Suchvolumen, hat auch während des Contests nur äußerst wenig Suchvolumen und wird nach dem Contest wieder in der Versenkung verschwinden. Hört sich im ersten Moment nicht dramatisch an, denn solche Suchbegriffe gibt es auch im realen Leben, allerdings macht es für die SEO-Maßnahmen schon einen gewaltigen Unterschied.

Man kann die Inhalte zu SommerSEO nicht auf die Bedürfnisse des Lesers ausrichten

John Müller betont es immer wieder: Webmaster sollen ihre Website auf die Bedürfnisse der User ausrichten. Doch was sind bei SommerSEO die Bedürfnisse der User? In Wahrheit gibt es ganz einfach keine! Man weiß noch nicht einmal, ob es sich bei SommerSEO um ein informational, transactional, navigational oder commercial Keyword handelt. In Wahrheit handelt es sich nämlich um keines dieser Keywords. Sämtliche User die diese Suchanfrage tätigen, wollen weder etwas kaufen, noch sich über etwas informieren.

SommerSEO hat keine richtige Suchintention

Die Suchintention für den jeweiligen Begriff zu verstehen ist für SEO-Experten eine der wichtigsten Aufgaben. Im Falle von SommerSEO gibt es aber schlicht und ergreifend keine Suchintention. Die einzige Intention die man sich irgendwie herleiten könnte ist: Welche Dienstleister ranken für diesen Suchbegriff ganz oben und was machen sie anders als die anderen?

Die Inhalte zu SommerSEO sind erfunden und nicht relevant

Im Prinzip sind alle Inhalte zum Suchbegriff SommerSEO erfunden und haben keine Relevanz. Ja, es gibt es paar kreative und unterhaltsame Inhalte, das möchte ich auf keinen Fall bestreiten. Aber es gibt weder objektive noch subjektive Kriterien, an denen man die Wertigkeit und Relevanz der Inhalte festmachen kann. Weder Google noch die User können falsche oder langweilige Inhalte mit einer hohen Absprungrate oder einer kurzen Lesezeit „bestrafen“, genauso wenig können richtige oder gute Inhalte mit organischen Verlinkungen oder langen Lesezeiten belohnt werden.

SommerSEO Grogu
SommerSEO: Grogu freut sich trotzdem auf die Teilnahme. Bild: © Dominik Knapp

Fazit: Wer wird bei SommerSEO vorne ranken?

Da die Inhalte kaum bis keine Rolle spielen werden, kommt es bei SEO-Contests auf andere relevante Rankingfaktoren an. Und das sind Dinge wie Page-Speed oder Backlink-Aufbau. Diese Aspekte sind bei der Suchmaschinenoptimierung zweifelsohne ebenfalls wichtig und gehören auch im realen SEO-Leben zu jenen Ansatzpunkten, die man verbessern kann. Allerdings bewegen sich Contest-Teilnehmer gerade beim Backlink-Aufbau in trüben Gewässern, die aus Google-Sicht eigentlich gar nicht befahren werden sollten.

Fazit 2: Wer gewinnt den SommerSEO-Contest?

Den SEO-Contest wird schließlich jene Agentur gewinnen, die über eine schnelle Website verfügt, ein möglichst natürlich wirkendes Backlinkprofil aufbaut und gewisse SEO-Basics (Keyword in den Überschriften, in der URL und im Meta Title, gute interne Verlinkung …) einhält. Aber hätte diese Agentur auch im realen SEO-Leben die besten Erfolge? Ich sage nein!

In diesem Sinne: Möge der Google Algorithmus mit euch sein!