Linkjuice: Gibt es ihn überhaupt noch?

Linkjuice: Gibt es ihn überhaupt noch?

Verlinkungen sind ein spannender Themenkomplex. Mitunter sind sie das interessanteste Forschungsgebiet eines Suchmaschinenoptimierers. Und das hat auch einen ganz einfachen Grund: Der SEO-Nutzen von Links (egal ob interne Links oder Backlinks) ist praktisch erwiesen, Google selbst verrät aber nicht, inwiefern sich Links genau auf die Google Rankings auswirken. Stattdessen stellen SEO-Experten aller Welt ihre Hypothesen auf und gleichen ihre Erfahrungen mit den Theorien und Erfahrungen anderer Webmaster ab. In diesem Beitrag sehen wir uns eine dieser Hypothesen genauer an: den Linkjuice.

Was ist Linkjuice?

Das Konzept von Linkjuice geht davon aus, dass jede Webseite eine gewisse „Power“ (eben den sogenannten Linkjuice) vererben bzw. weitergeben kann. Weitergegeben wird diese Power wiederum an alle Seiten die verlinkt sind (daher auch der Name Linkjuice). Dabei ist es irrelevant ob es sich um externe Links (Backlinks) oder um interne Links handelt, solange sie kein „Nofollow“-Attribut besitzen.

Existiert Linkjuice überhaupt noch?

Dass es so etwas wie Linkjuice gibt, gilt unter SEO-Experten als gesichertes Wissen. Auch Google bestreitet nicht, dass Webseiten Linkjuice an andere Seiten weitergeben können. Allerdings machte der renommierte Google-Mitarbeiter John Mueller in einem Tweet darauf aufmerksam, dass zahlreiche Informationen, die zum Thema Linkjuice verbreitet werden, entweder falsch, veraltet oder zumindest irreführend seien.

Linkjuice: Wie lautet die These?

Dennoch ist der Begriff Linkjuice unter Webmastern weiterhin stark vertreten. Die weit verbreitete Hypothese zum Linkjuice geht davon aus, dass eine Website ihre Power in gleichen Teilen auf alle verlinkten Websites aufteilt. Wenn eine Webseite also 10 ausgehende Links gesetzt hat, bekommen alle verlinkten Webseiten 10% der Power der Quellseite ab.

Linkjuice: Umstritten und zugleich bestätigt

Diese These hält sich unter SEO-Experten vor allem deshalb so hartnäckig, weil sowohl der SEO-Nutzen von Backlinks, als auch der SEO-Nutzen einer guten internen Verlinkung erwiesen und in der Vergangenheit sogar von Google bestätigt wurde. Google hat zudem bestätigt, dass durch das „Nofollow-Attribut“ kein Linkjuice vererbt wird. Wie allerdings genau die Verteilung dieser Power abläuft (gleichmäßig oder mit Gewichtung), ob überhaupt alle Links Linkjuice vererben oder ob Verlinkungen überhaupt aus ganz anderen Gründen einen SEO-Effekt erzielen, gilt als umstritten. Google lässt sich diesbezüglich leider auch nicht in die Karten blicken.

Fazit: Linkjuice nach wie vor relevant

Nicht alles, was im World Wide Web zum Thema Linkjuice zu finden ist, ist richtig. Dennoch muss man aus SEO-Sicht festhalten, dass es einige berechtigte Indizien gibt, dass Links eine gewisse „Power“ an die verlinkte Seite abgeben. Nicht gesichert ist:

  • Ob diese Power an alle verlinkten Seiten gleichermaßen abgegeben wird.
  • Ob nur externe Links Linkjuice vererben.
  • Ob die Quellseite durch Verlinkungen selbst an Power einbüßt.
  • Inwiefern Positionierung und thematische Relevanz den Linkjuice beeinflussen & gewichten.

Welche Auswirkungen Links haben, müssen Webmaster einfach selbst herausfinden.

Festhalten kann man allerdings, dass es nie schlecht ist, sinnvolle Verlinkungen zu setzen. Egal ob es sich um Trustlinks handelt, die dem User einen Mehrwert bieten, oder um großzügig gesetzte interne Links, die den Nutzer durch die eigene Website navigieren.

Zu vermeiden sind hingegen Links, die dem Nutzer nichts bringen und nur aus SEO-Zwecken gesetzt werden. Betrachten Sie einen Link am besten immer als eine Art Empfehlung. Und empfehlen Sie nur Dinge, bei denen Sie kein schlechtes Gewissen haben müssen.

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